3.3. Private Reaktion / Private Ermahnung
Die private Reaktion sollte man wählen, wenn der Fall komplizierter und unklarer ist. Es ist meistens nicht sinnvoll, einen heftigen Streit zweier Mitglieder öffentlich zu klären. Wenn es in einer solchen Situation gelingt die beiden Streithähne dazu zu bringen, nur noch privat zu schreiben, hat man schon fast gewonnen. Aus dem öffentlichen Schaukampf ist eine private Diskussion geworden. In einer solchen Diskussion sollte man als Moderator immer eine neutrale Position einnehmen.
3.4. 'Virtuelle Gewalt'
Die drei gerade beschriebenen Reaktionen haben gemein, dass Sie ohne den Einsatz von Moderatorfunktionen auskommen. Der Einsatz dieser besonderen Funktionen stellt virtuelle Gewalt dar, dessen muss man sich bewusst sein. Zu echter Gewalt besteht der einzige Unterschied darin, dass virtuelle Gewalt keine körperlichen Schäden verursacht. Das zu erreichende Ziel beider Gewaltformen ist allerdings immer dasselbe.
Beispiel: Wenn ein wütender Gast in einem Restaurant die anderen Gäste beschimpft und bedroht, wird der Restaurantbesitzer die Polizei rufen (analog zum Adminruf) und diese wird den Gast entfernen und Hausverbot erteilen (analog ist die Anwendung des Bannes). Die Anwendung von virtueller Gewalt hat meist ähnliche Konsequenzen wie die Anwendung echter Gewalt. Das Opfer der Gewalt wird ängstlich, eingeschüchtert oder auch aggressiv und wütend reagieren. In jedem Fall wird die Sympathie des Opfers gegenüber dem Moderator sinken.
Man sollte die Funktionen also wirklich nur dann einsetzen, wenn sie die einzige Möglichkeit zur Lösung darstellen. Bei jeder Anwendung von virtueller Gewalt, muss man sich immer im Klaren sein, dass keine der Moderatorfunktionen jemanden für immer daran hindern kann, die Community wieder zu betreten. Es ist zwar möglich, die IP-Adresse eines Nutzers oder auch seinen Nicknamen zu sperren. Leider hat der Nutzer sowohl die Möglichkeit, beim Provider durch eine erneute Einwahl eine neue IP zu beziehen, wie auch einen Zweitnick anzumelden. Letztlich können die Moderatorfunktionen also nicht verhindern, dass dieselben Leute immer wieder Ärger machen. Die einzige Möglichkeit diesen Ärger für immer zu verhindern, ist es, den Störenfried zur Einsicht zu bringen. Diesen Gedanken sollte man bei allen Handlungen im Hinterkopf behalten. Die Funktionen eines Moderators sind ausschließlich für Problemsituationen gedacht. Die Anwendung dieser Funktionen aus Spaß oder auf Wunsch ist nicht gestattet.
3.5. Hausverbot
Falls alle Stricke reißen, kann es sinnvoll sein, einen Störenfried aus dem Forum zu werfen und damit ein Zeichen zu setzen. Die Anwendung des Rauswurfs ist aber durchaus riskant. Man sollte sie niemals einsetzen, wenn das Opfer nicht klar gegen die Regeln der Community verstoßen hat.
Wendet man diese Funktion auf ein Mitglied an, dann muss man es in jedem Fall vor dem Rauswurf gewarnt haben. Erst wenn die Warnung nicht fruchtet, bzw. es sich um einen wiederholten Verstoß handelt, sollte man wirklich vom Rauswurf Gebrauch machen. Ausnahmen sind extreme Verstöße. Bei der Anwendung der Bannen-Funktion ist man gezwungen, eine Begründung anzugeben. Da diese sowohl für den User als auch die Kollegen sichtbar ist, sollte sie immer auf einen Regelverstoß beruhen und klar verständlich und freundlich formuliert sein.
4. Konkrete Regeln für häufig auftretende Situationen
Der umfassenden Auflistung aller möglichen Reaktionen, zwischen denen man als Moderator beim Auftreten von Problemsituationen zu wählen hat, folgt nun eine Auflistung häufig auftretender konkreter Probleme. Zu jedem Problem wird eine empfohlene Reaktion vorgestellt.
4.1. Verstoß gegen Knigge oder forumeigene Regeln
Situation:
Ein Mitglied verstößt gegen Knigge oder die forumeigenen Regeln. Reaktion: Bei leichten bis mittleren einmaligen Verstößen sollte man es zuerst immer mit einem freundlichen privaten oder öffentlichen Hinweis versuchen. Der private Hinweis ist dabei dem öffentlichen zuerst vorzuziehen, da hierbei kein großer Druck auf das Opfer ausgeübt wird. Erst bei Uneinsichtigkeit sollten die Anwendung von Moderatorenfunktionen angekündigt werden. Vergeht auch diese Reaktion ohne entsprechende Einsicht oder der Einstellung der Störung, so muss man nun die Drohung erfüllen. Es sei aber an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass man nach allen Möglichkeiten den Einsatz der Moderatorenrechte vermeiden sollte, um lieber auf dem Dialogweg eine Lösung zu finden. Ist offensichtlich, dass ein User das Forum nur betritt, um Werbung für sein Foto, seinen Channel, Homepage etc. zu machen, so kann der Moderator diesen User direkt des Forums verweisen. In der Begründung muss klar zu erkennen sein, aus welchem Grund der Verweis erfolgte.
4.2. Kraftausdrücke
Ein besonders harter Fall des Verstoßes gegen AGB und Knigge ist die Verwendung von primitiven Kraftausdrücken/Schimpfworten/Fäkalsprache
Hier ist es (im Ermessen des Moderators) zulässig, auch ohne Vorwarnung eine Deaktivierung des Beitrages durchzuführen und den Übeltäter direkt zu ermahnen, um nachdrücklich zu verdeutlichen, dass im GIGABYTE-Forum ein vernünftiger Umgangston gepflegt wird.
4.3. Persönlicher Angriff
Situation:
Man wird als Moderator persönlich oder privat von einem Mitglied beleidigt. Reaktion: Hier kann jeder Fall etwas anders liegen. Generell sollte man aber, wenn man nur selbst Opfer der Beleidigung ist, diese einfach komplett überlesen. Sie nicht zu beachten ist meist die weiseste Reaktion und führt zu den wenigsten Problemen. Das liegt daran, dass es Mitglieder gibt, die generell eine Abneigung gegenüber Moderatoren haben (eine solche Abneigung hat fast immer den Grund, dass sich dieses Mitglied in der Vergangenheit ungerecht von einem Moderatoren behandelt fühlte). Solche Mitglieder testen Moderatoren mit Provokationen. Reagiert man darauf, dann wird das Mitglied damit fortfahren. Reagiert man nicht darauf, dann wird das Mitglied in den allermeisten Fällen damit aufhören. Falls es nicht aufhört, kann man immer noch reagieren. Die Anwendung der Ignorieren-Funktion ist eher ungeeignet, da man nach ihrer Verwendung nicht mehr beobachten kann, wie sich der betroffene User in öffentlichen Threads verhält.
4.4. Kontrolle verloren
Situation:
Du verlierst die Kontrolle über eine Situation bzw. bist Dir überhaupt nicht mehr sicher, wie Du reagieren sollst. Reaktion: In einer solchen Situation sollte man sich von seinen erfahreneren Kollegen oder von einem Admin helfen lassen. Es gibt Probleme, die man kaum alleine lösen kann. Natürlich ist die Bitte um Hilfe bei Kollegen kein Zeichen von Schwäche, sondern gerade ein Zeichen von Stärke und Teamgeist.
4.5. Adminruf
Bei folgenden Problemen solltest du dich direkt an einen Admin wenden:
- unkontrollierbare Eskalation eines Streits
- Krasse Verstöße gegen die AGB (z.B. verfassungsfeindliche Äußerungen)
- ein unter verschiedenen Nicks immer wiederkehrendes Mitglied, das permanent den Chatbetrieb stört
- bei HP-, Foto- oder Infoinhalten (/w) eines Mitglieds, welche gegen die AGB verstoßen
- bei Fällen von Passwort- und Nickmissbrauch, insbesondere beim Missbrauch von Moderatorennicks.
Reaktion: Dies wird nicht geduldet. Vor allem neue Mitglieder erkennen die Täuschung nicht und fallen darauf herein. Mitglieder, die auf diese Art versuchen, andere zu täuschen, sind sich fast immer ihres Verstoßes bewusst. Sofern ein Zweitnick mit niedriger Minutenzahl für diese Abzocke benutzt wird, ist es erlaubt, diesen augenblicklich aus dem Forum zu verbannen. In einem solchen Fall solltest Du einen Admin immer bitten, den Nicknamen zu sperren.